Brüderliche Vereinigung etlicher Kinder Gottes, sieben Artikel betreffend

1. Die Taufe
2. Der Bann
3. Das Brotbrechen (Abendmahl)
4. Die Absonderung von Gräueln
5. Die Hirten der Gemeinde
6. Das Schwert
7. Der Eid
Freude, Friede und Barmherzigkeit von unserm Vater durch die Gemeinschaft des Blutes Jesu Christi, mitsamt den Gaben des Geistes, der vom Vater gesendet wird, allen Gläubigen zur Stärkung, zum Trost und zur Beständigkeit in aller Trübsal bis ans Ende. Amen.
Das wünschen wir allen Liebhabern Gottes und Kindern des Lichtes, welche zerstreut sind allenthalben, wohin sie von Gott unserem Vater verordnet und wo sie einmütiglich in einem Gott und Vater unser aller versammelt sind. Gnade und Friede im Herzen sei mit Euch allen. Amen.
Liebe Brüder und Schwestern in dem Herrn!
Uns liegt zuerst und vor allem daran. Euch zu trösten und Euer Gewissen, das eine Weile verwirrt war, zu stärken, damit Ihr nicht für immer als Heiden von uns abgesondert und mit Recht fast ganz ausgeschlossen werdet, sondern Euch wieder den wahren, eingepflanzten Gliedern Christi, die mit Geduld und Erkenntnis Christi ausgerüstet werden, zuwendet und so wieder mit uns vereinigt werdet in der Kraft eines göttlichen, christlichen Geistes und Eifers zu Gott.
Es ist offenkundig, mit welcher Tausendlistigkeit der Teufel uns hintergangen hat, damit er bei ihnen das Werk Gottes, das unter uns eine Zeitlang barmherzig und gnädig begonnen worden ist, zerstöre und zu Grunde richte. Aber der treue Hirte unserer Seele, Christus, der solches in uns angefangen hat, der wird es bis ans Ende führen und lehren zu seiner Ehre und unserm Heil. Amen.
Liebe Brüder und Schwestern! Wir, die wir zu Schleitheim am Randen im Herrn versammelt gewesen sind, tun allen Liebhabern Gottes kund, dass wir in den Stücken und Artikeln übereingekommen sind, die wir im Herrn halten sollen, wenn wir gehorsame Kinder, Söhne und Töchter Gottes sein wollen, die abgesondert von der Welt in allem Tun und Lassen sind und sein wollen. Gott allein sei Preis und Lob, dass es ohne den Widerspruch irgendeines Bruders und in voller Zufriedenheit geschehen ist. In dem allem haben wir gespürt, dass die Einigkeit des Vaters und des uns alle verbindenden Christus samt ihrem Geist mit uns gewesen ist. Denn der Herr ist der Herr des Friedens und nicht des Zankes, wie Paulus sagt. Damit Ihr aber versteht, in welchen Punkten das geschehen ist, sollt Ihr aufmerken und verstehen.
Es ist von einigen falschen Brüdern unter uns ein sehr großes Ärgernis erregt worden. Es haben sich einige vom Glauben abgewandt, indem sie meinten, sie übten und gebrauchten die Freiheit des Geistes und Christi. Aber sie haben die Wahrheit verfehlt und haben sich (sich selbst zum Gericht) der Geilheit und Freiheit des Fleisches ergeben und haben gedacht, der Glaube und die Liebe könnten alles tun und dulden und nichts könne ihnen schaden oder verwerflich sein, weil sie doch gläubig seien.
Merkt auf, ihr Glieder Gottes in Jesus Christus: Der Glaube an den himmlischen Vater durch Jesus Christus ist nicht so gestaltet, wirkt und handelt nicht solche Dinge, wie diese falschen Brüder und Schwester sie tun und lehren. Hütet Euch und seid gewarnt vor solchen! Denn sie dienen nicht unserm Vater, sondern ihrem Vater, dem Teufel. Ihr aber nicht so! Denn die zu Christus gehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt mitsamt allen Lüsten und Begierden. Ihr versteht mich wohl und (wisst), welche Brüder wir meinen. Sondert Euch von ihnen ab! Denn sie sind verkehrt. Bittet den Herrn, dass sie zur Erkenntnis und zur Busse kommen und dass wir beständig sind, den begonnenen Weg weiterzugehen nach der Ehre Gottes und seines Sohnes Christus. Amen.
Die Punkte, die wir behandelt haben und in denen wir eins geworden sind, das sind diese:
Die Taufe, Der Bann, Das Brotbrechen (Abendmahl), Die Absonderung von Gräueln, Die Hirten in der Gemeinde, Das Schwert, Der Eid.
Das Schleitheimer Bekenntnis 1527.pdf
