Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Das sind die Artikel, die einige Brüder bisher falsch und dem wahren Sinn zuwider verstanden haben. Sie haben damit viele schwache Gewissen verwirrt, wodurch der Name Gottes sehr schwer gelästert worden ist. Darum ist es notwendig gewesen, dass wir im Herrn übereingekommen sind, wie es auch geschehen ist. Gott sei Lob und Preis. Weil Ihr nun den Willen Gottes reichlich verstanden habt, wie er jetzt durch uns offenbart ist, wird es notwendig sein, dass Ihr den erkannten Willen Gottes beharrlich und ohne Aufschub vollbringt. Denn Ihr wisst wohl, was dem Knecht an Lohn gehört, der wissentlich sündigt.
Alles, was Ihr unwissentlich getan habt und was Ihr bekannt habt, unrecht gehandelt zu haben, das ist Euch verziehen durch das gläubige Gebet, das in uns in der Versammlung vollbracht ist für unser aller Verfehlung und Schuld, durch die gnädige Verzeihung Gottes und durch das Blut Jesu Christi. Amen.
Habt acht auf alle, die nicht nach der Einfältigkeit göttlicher Wahrheit wandeln, die in diesem Brief von uns in der Versammlung zusammengefasst ist, damit jedermann unter uns regiert werde durch die Regel des Banns und forthin der Zugang der falschen Brüder und Schwestern unter uns verhütet werde.
Sondert ab von Euch, was böse ist, so will der Herr Euer Gott sein und Ihr werdet seine Söhne und Töchter sein.
Liebe Brüder, seid eingedenk, mit was Paulus seinen Titus ermahnt. Er spricht so: „Die heilsame Gnade Gottes ist erschienen allen und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf dieselbe Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, auf dass er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das da eifrig wäre zu guten Werken“. Das bedenkt und übt Euch darin, so wird der Herr des Friedens mit Euch sein.
Der Namen Gottes sei ewig gebenedeit und hoch gelobt. Amen. Der Herr gebe Euch seinen Frieden. Amen.
Geschehen in Schleitheim am Randen, auf Matthiae, Anno 1527.
